Von: ka
Bozen – Als Italien vor einigen Jahren den Zuschlag für die Austragung der Olympischen Winterspiele Mailand–Cortina 2026 erhielt, war die Freude riesengroß. Doch der Euphorie folgte bald Ernüchterung, denn Verspätungen, explodierende Kosten sowie echte oder vermeintliche Umweltsünden brachten die Organisatoren der Spiele oft in arge Bedrängnis.

Dass das Land der vielen Nörgler, Neider und Besserwisser in diesem „Konzert” der Olympiagegner besonders hervorstechen würde, überraschte wirklich niemanden. Neben sachlicher Kritik, die die vielen großen und kleinen Olympiaorganisatoren dazu anspornte, es richtig und besser zu machen, mangelte es nicht an jenen, die überall das Haar in der Suppe suchten. Wie nicht anders zu erwarten, entlud sich die Wut über diese oder jene Missstände in den sozialen Netzwerken – regelrechte Shitstorms blieben nicht aus.

Ohne nach links oder rechts zu sehen, hielten die Organisatoren jedoch eisern an ihrem Plan fest. Der Erfolg gibt ihnen recht, denn auch wenn hier und dort noch an einigen Details gefeilt wird, sind die Wettkampfstätten bereit, die Athleten aufzunehmen.

In den letzten Wochen ist im Land sogar ein Stimmungsumschwung zu beobachten. Es sieht so aus, als wolle sich die schweigende Mehrheit der Südtiroler die Freude über die Spiele im eigenen Land nicht von einer kleinen Minderheit von Miesepetern nehmen lassen. Als die Fackel der Olympischen Winterspiele Mailand–Cortina 2026 durch Bozen und Brixen getragen wurde, säumten Hunderte von Menschen die Straßen und Plätze.

Das ist auch kein Wunder, denn das kleine Südtirol stellt ein Viertel der italienischen Olympiateilnehmer. Von diesen haben nicht wenige echte Medaillenchancen. Vielen ist auch bewusst, dass die Winterspiele eine einmalige Gelegenheit sind, das Land zu präsentieren, und dass die Art und Weise, wie dies geschieht, dem Land zum Nutzen – oder auch zum Schaden – gereichen wird.

„Das olympische Feuer ist übergesprungen und brennt im Herzen Südtirols“, freut sich ein Zuschauer, der gemeinsam mit Hunderten anderen dabei zusah, wie die olympische Fackel an ihm vorbeizog. Wie wahr!




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