Stress und Emotion pur - VIDEO

„Schere, Stein, Papier“ ein Kinderspiel? – von wegen

Samstag, 17. Dezember 2016 | 18:41 Uhr

Japan – Während wir Südtiroler unseren heimischen Wintersportlern die Daumen drücken, hält in Japan die Menschen ein ganz anderer Wettstreit in Atem, und zwar „Schere, Stein, Papier“. Richtig geraten: Es handelt sich um das Spiel mit den Händen, das jeder von seiner Kindheit her kennt. In Fernseh-Shows wie „Takeshi’s Castle“ erfährt das berührungslose Duell mit den Handzeichen eine völlig neue Dimension und wird zur Nervensache pur.

Im Grunde verwundert es überhaupt nicht, dass „Schere, Stein, Paper“ im Land der absurden Essgewohnheiten und Kuschel-Cafes unter dem Begriff „Janken Taikai“ als nationales Spektakel gefeiert wird – mit Live-Übertragung im Fernsehen.

Achterbahn der Gefühle

Die jährlichen Duelle dauern mehrere Stunden lang. Vermutlich ist auch das ein Grund dafür, weshalb das Finale sämtliche Emotionen überschäumen lässt.

Auch heuer war dies nicht anders: In 52 Sekunden herrscht zunächst spannungsgeladene Stille. Wie bei Pokern dürfen sich die beiden Finalistinnen zunächst nicht anmerken lassen, welches Zeichen sie wählen.

Dann kommt es zur Entscheidung in einem einzigen Moment und es folgen Fassungslosigkeit und erlösende Tränen. Allein beim Zuschauen erlebt man eine wahre Achterbahn der Gefühle. Das finale Turnier fand Anfang Oktober in der Kansai-Region in Japan statt, wo sich zwei Musikerinnen zum Duell trafen.

Übrigens: Die weltgrößte japanische Pop-Gruppe „AKB48“, die aus 48 Mitgliedern besteht, nutzt „Schere, Stein, Papier“, um zu bestimmen, wer als nächstes auf der gemeinsamen Musikplatte mitmachen darf. Das Spiel wird allerdings auch mit „Normalsterblichen“ im Fernsehen gezeigt.

Von: mk