LH Kompatscher: "Ausfuhren in Kernmärkte nehmen weiter zu"

Südtirols Export verzeichnet neue Rekorde

Mittwoch, 13. September 2017 | 11:39 Uhr

 

Bozen – Das Landesinstitut für Statistik (ASTAT) teilt mit, dass laut den aktuellen Statistiken zum Außenhandel im 2. Quartal 2017 Waren im Wert von 1.223,3 Millionen Euro aus Südtirol ausgeführt wurden, ein neuer Höchstwert für die lokale Wirtschaft.

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Dies entspricht einer Zunahme um zehn Prozent gegenüber demselben Quartal 2016. Die Ausfuhren in die EU-Staaten insgesamt verzeichnen eine Zunahme um 11,9 Prozent, jene in die europäischen Nicht-EU-Staaten einen Anstieg um 5,8 Prozent. Der Sektor Fahrzeuge steigert seine Ausfuhren um 28,7 Prozent, während jener der “Holzwaren, Papier, Pappe und Waren daraus” (-9,3%) weniger stark nachgefragt werden.

LH Kompatscher ist erfreut

Erfreut über das Plus der Exporte von zehn Prozent im zweiten Quartal 2017, weist LH Kompatscher auf die übermäßige Konzentration auf vier Exportmärkte hin.

Landeshauptmann Arno Kompatscher beglückwünscht die Unternehmen Südtirols und deren Mitarbeiter zu den Rekord-Ausfuhren im zweiten Quartal dieses Jahres. Den gerade veröffentlichten Daten des Landesinstituts für Statistik ASTAT zufolge schlagen sie mit 1223,3 Millionen Euro alle bisherigen Rekorde. Im Vergleich zum selben Quartal des Vorjahres entspricht dies einem Plus von 10,1 Prozent. “Ein konstanter Ausbau der Ausfuhren sorgt auch in gesättigten Märkten, wie wir sie in Europa haben, für sichere Arbeitsplätze und die Bereitschaft zu investieren und zu innovieren”, sagt Landeshauptmann sichtlich erfreut.

Abhängigkeit von vier nahen Märkten

“Diese an sich glänzende Medaille hat aber auch eine Kehrseite”, gibt der Landeshauptmann zu bedenken, “die vier Kernmärkte Deutschland, Österreich, Frankreich und die Schweiz nehmen einen weiter wachsenden Teil des Export-Kuchens ein, nämlich 55,2 Prozent.” Allein nach Deutschland liefere Südtirol mehr als ein Drittel seiner Exporte (33,9%). “Es erscheint mir daher wichtig, dass Südtirols Unternehmen die Bemühungen von IDM Südtirol, ihnen alternative Märkte näherzubringen, stärker nutzen. Damit ließe sich nämlich die Abhängigkeit von den Kernmärkten reduzieren”, zeigt sich der Landeshauptmann überzeugt. Bei einer möglichen Konjunkturdelle würden diversifizierte Exportmärkte Südtirols Wirtschaft einen sichereren Stand geben. Kompatscher zufolge ist es wichtig, dass Unternehmen nicht ruhen, ihre Kompetenzen im Umgang mit fremden Märkten auszubauen.

“Der Schritt in neue Märkte im Ausland ist für Unternehmen wichtig, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben. IDM unterstützt die Südtiroler Betriebe hier mit einer breiten Palette an Dienstleistunge”“, sagt IDM-Direktor Hansjörg Prast.

Unternehmerverband: Steigender Export ist keine Selbstverständlichkeit

Heute wurden die Daten zum Export im ersten Semester 2017 veröffentlicht: in den ersten sechs Monaten des Jahres haben die Südtiroler Unternehmen Waren und Produkte im Wert von mehr als 2,3 Milliarden Euro im Ausland verkauft, um 7,4 Prozent mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum.

Von 2009 bis heute ist der Südtiroler Export ständig gestiegen. „Dies ist vor allem Verdienst der heimischen Betriebe und ihrer Mitarbeiter/innen, die es dank innovativster und qualitativ hochwertiger Produkte geschafft haben, neue Märkte zu erobern“, so der Präsident des Unternehmerverbandes Südtirol, Federico Giudiceandrea. Giudiceandrea warnt aber davor, die steigende Exportquote als eine Selbstverständlichkeit anzusehen: „Unsere Betriebe können sich behaupten, weil sie zu den besten in ihren Bereichen gehören. Damit sie aber langfristig international wettbewerbsfähig bleiben können, müssen sie hier in Südtirol die gleichen Bedingungen wie in anderen Wirtschaftsstandorten vorfinden.“

Südtirol hat in vielen Bereichen eine Vorreiterrolle inne, in anderen gibt es aber noch Verbesserungspotenzial. Im Vergleich zu den ausländischen Konkurrenten haben die heimischen Betriebe mit höheren Lohnkosten und einer stärkeren Steuerbelastung, mit um 30 Prozent höheren Energiepreisen, wenigen und teuren Grundstücken für die Erweiterung oder Ansiedelung und einem hohen bürokratischen Aufwand zu kämpfen. Dazu kommen noch die Defizite in der Erreichbarkeit sowie ein ständig steigender Fachkräftemangel. „Gemeinsam mit den Sozialpartnern müssen wir nachhaltige Lösungen finden, um das Wirtschaftswachstum zu garantieren sowie um es unseren Betrieben zu ermöglichen, weiterhin qualifizierte Arbeitsplätze zu schaffen. Die Steigerung der weltweiten Wettbewerbsfähigkeit eines Wirtschaftsstandorts sowie seiner Betriebe bringt Vorteile für das gesamte Land: exportierende Unternehmen zahlen höhere Löhne, investieren mehr in Innovation und haben eine höhere Produktivität als jene Betriebe, die nicht exportieren“, unterstreicht der Präsident des Unternehmerverbandes.

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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6 Kommentare auf "Südtirols Export verzeichnet neue Rekorde"


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Tabernakel
9 Tage 23 h

Wieder ein Grund mehr für ein freies Europa.

enkedu
enkedu
Universalgelehrter
9 Tage 20 h

Waren und Handel ja. Handel bringt Wohlstand. Verpflanzung von Menschen bringt Leid und Probleme. Für beide Seiten.

Das unterscheidet uns zwei. Aber ich bin sicher, meine Lösungen sind menschenfreundlicher als deine. 😂

herbstscheich
herbstscheich
Superredner
10 Tage 13 Min

es gibt sicher auch eine  – IMPORT STATISTIK????

Lingustar
Lingustar
Superredner
9 Tage 23 h

Da hat er natürlich schon begründete Sorgen, dass die 4 nächsten Exportmärkte von Südtirol ja eigentlich gar keine sind, denn es gibt ja den EU-Binnenmarkt.
Das kann sich natürlich schlagartig ändern, wenn auf dem künftigen Großflughafen in Bozen täglich ein paar Dutzend B747 und A380 nach New York, Chicago, Sao Paulo, Tokio, Sydney, Peking Hongkong aber auch nach Kabul, Baghdad und Damaskus starten.
Nur…. was könnte Südtirol dorthin exportieren? …….Äpfel??
Nach Kabul, Baghdad und Damaskus wäre jedenfalls schon mal ausreichen Ladung vorhanden….
Lagos, Tunis, Accra, Casablanca und Dakar wären auch noch super Strecken…

ex-Moechteg.Lhptm.
ex-Moechteg.Lhptm.
Superredner
9 Tage 16 h

wenn im Inland nix mehr los ist, steigt zwangsläufig der Export

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